Biographische Daten Käthe Kruses

1883

 

Käthe Kruse wird am 17.09.1883 in Dambrau bei Breslau als Katharina Johanna Gertrud Simon geboren. Sie ist die Tochter des Stadthauptkassenbuchhalters Robert Rogaske und der Näherin Christiane Simon.

1900

 

Nach ihrem Schulabschluss nimmt sie Schauspielunterricht und erhält bereits ein Jahr später - mit 17 Jahren - ein Engagement am Lessingtheater in Berlin. Später folgen Gastauftritte in Warschau und Moskau.
Ihr Künstlername ist zu dieser Zeit Hedda Somin.

1902

 

In der Berliner Künstler- und Literatenszene rund um das Café des Westens lernt Käthe Kruse den Berliner Bildhauer und Bühnenbildner Max Kruse kennen.
Ihre erste Tochter Maria kommt zur Welt.

1904

  Während Max Kruse weiterhin in Berlin arbeitete, zog sie während ihrer zweiten Schwangerschaft in die Toskana und von dort später ins Tessin, um zu malen. Zu Max Kruse bestand zu dieser Zeit reger Briefkontakt und er reiste oft zu Besuchen an.
Als die zweite Tochter Sophie geboren wird, wünscht sich die ältere Tochter Maria eine Puppe.
Käthe Kruse beaufragt Max Kruse eine Puppe aus Berlin mitzubringen. Dieser weiterte sich allerdings, eine der damals handelsüblichen Puppen zu kaufen, da diese ihm missfielen und er sie für "kalt und steril" hielt.
"Ick koof euch keene Puppen. Ick find se scheißlich. Macht euch selber welche." (Max Kruse)

1905

 

Käthe Kruse fertigte ihre erste eigene Puppe. Eine Puppe, die weich und warm sein sollte.
Ein "Kind für ein Kind".

1909

  Tochter Johanna kommt zur Welt und Käthe und Max Kruse heiraten in München.

1910

  In Berlin findet die Ausstellung "Spielzeug aus eigener Hand" im Warenhaus Tietz statt.
Käthe Kruse präsentiert dort zum ersten mal ihre liebevoll von Hand gefertigten Puppen.
In der Presse werden die Puppen als "Ei des Kolumbus" bezeichnet.

1911

 

Gründung der Käthe Kruse Manufaktur im Künstlerhaus, Fasanenstraße 13 in Berlin und Beginn der Puppenproduktion mit der "Puppe I" in Handarbeit.
"Die Hand geht dem Herzen nach. Nur die Hand kann erzeugen, was durch die Hand wieder zum Herzen geht." (Käthe Kruse)
Geburt von Sohn Michael

1912

 

Zwei Aufträge aus den Vereinigten Staaten von Amerika, einer über 150 Stück von FAO Schwarz aus New York, der andere kurze Zeit später über 500 Puppen, erforderten eine Werkstatt mit Angestellten.
Die Manufaktur zieht deshalb in die Friedrichstrasse nach Bad Kösen um.
Sohn Joachim wird geboren.

1913

 

Weltweite Ausstellungen folgten:
Weltausstellung in Gent, Grand Prix
Internationale Puppenausstellung in Florenz, Große Goldene Medaille
Internationale Puppenausstellung in Frankfurt, 1. Preis
Internationale Puppenausstellung in Breslau, 1. Preis

1918

 

Geburt von Sohn Friedebald

1921

  Geburt von Sohn Max

1925

  Käthe Kruse gewinnt den Prozess um das Urheberrecht an ihren Puppen gegen den Bing-Konzern, der auch mit "Imitation der Käthe Kruse Puppen" warb. Es ist der erste Fall überhaupt, dass einem Spielzeug ein künstlerischer Urheberschutz zugesprochen wird.

1928

  Einen weiteren Meilenstein stellt "Puppe VIII", auch "Das deutsche Kind" genannt, dar, da diese erstmals Echthaar aufwies. Nachempfungen ist das Modell ihrem Sohn Friedebald.
Die ersten Schaufensterpuppen, sowie Puppen für den Unterricht von Säuglingspflege werden hergestellt.

1929

  Weltausstellung in Barcelona

1937

  Weltausstellung in Paris, Grand Prix für Schaufensterfiguren

1942

  Tod von Ehemann Max Kruse in Berlin (*14.04.1854 - 29.11.1942)

1945

  Bad Kösen wird sowjetische Besatzungszone. Die Produktion wird immer schwieriger.
So gründeten zwei ihrer Söhne, darunter der spätere Kinderbuchautor Max Kruse,
Werkstätten in Bad Pyrmont und Donauwörth.

1950

 

Enteignung des Betriebes in Bad Kösen.
Käthe Kruse siedelt über nach Donauwörth und verlagert den Hauptsitz der Manufaktur.

1956

 

Käthe Kruse wird das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen. 

1968

  Sie starb am 19.07.1968 in Murnau und wurde in Ebenhausen im Isartal begraben.